Happy Birthday Manuela!
Geschrieben von: Jerome Brandt    Mittwoch, den 21. Februar 2018 um 08:37 Uhr   


Interview mit Manuela 'Manu' Laroche (Damen-Tackle-Team)

2018 ist wirklich ein Jubiläumsjahr!
Nicht nur der Verein der Spandau Bulldogs feiert 30-jähriges, auch Manuela Laroche feiert heute einen runden Geburtstag!
Zu ihrem Geburtstag beglückwünschen wir Manuela recht herzlich mit der Veröffentlichung ihres Interviews, welches Jerome mit ihr vor einiger Zeit geführt hat.


Zur Person:
Manuela ist eine aussergewöhnliche Frau, die Ihresgleichen sucht:
Im zarten Alter von 49 Jahren spielt sie American Football bei unseren Bulldogs in der 2. Bundesliga und ist damit (nach unserer Recherche) zum Zeitpunkt des Interviews die dritt-älteste aktive Spielerin in Deutschland gewesen
(es gibt 2 Damen in Baden-Würtemberg, die vor ihr liegen).

Dazu kommt, dass Ihre Tochter Jessica(23) ebenfalls aktiv in unserem Damenteam spielt
und diese besondere Konstellation dürfte es wohl so schnell nicht nochmal geben in Deutschland :-)

Aktuell ist Manuela leider durch eine Fuß-OP inaktiv und muss die kommende Saison wohl aussetzen.
Wir denken aber, dass 2019 wieder angegriffen wird!


Manuela Laroche

Das Interview:

--> Erste (und nicht besonders kreative) Frage: Wie bist Du zum American Football gekommen?
Eine Freundin von mir, die Imke (Steinmöller), wollte halt mal 'nen Footballspiel von den Berlin Adlern sehen, damals noch in der Radrennbahn Schöneberg.
Wir haben uns erstmal gleich auf die falsche Seite gesetzt, gegenüber von den Fans und haben das gar nicht gleich gerafft.

Wir haben uns dann mehrere Adler-Spiele angeschaut und fanden das ganz spannend. Dann hat Imke in einer Zeitung eine Annonce gesehen, wo jemand Frauen für American Football gesucht hat.
Ich hab dann da angerufen und mit einem gewissen Santo gesprochen.
Wir haben uns dann in einer Kneipe getroffen; da unten im Keller gab es nen Trainingsraum und da fing alles für mich an..
Ich glaube, das war 1986..
(Info Adler-Girls: http://www.ladiesbowl.de/text.php?Inhalt=team&TeamID=28&Teamart=Frauen)


--> Damals gab es bestimmt noch nicht viele Frauen, die Football gespielt haben, oder? Fühlt(e) man sich da besonders?
Ich bin da schon ein bisschen stolz drauf, ja. Das ist schon was Besonderes.
Man wird ja als Frau schon sowieso ein wenig komisch angeschaut. Heute bekomm ich Sprüche wie z.B. "Du spielst jetzt noch Football? Hör doch mal lieber auf damit, Du wirst ja nicht jünger."
Wenn die Leute so reagieren, finde ich das schon irgendwie ganz cool.
Das hat mir früher Spaß gemacht und das macht mir auch jetzt wieder Spaß, sonst hätte ich mit Football nicht wieder angefangen.


--> Wie ist denn so dein sportlicher Werdegang?
Is ja nicht viel (lacht). Nur Adler und Bulldogs.
Ich war bei den Adler Girls als RunningBack festgelegt, hab da 4 oder 5 Jahre gespielt.
Durch Football hab ich dann meinen damaligen Mann kennengelernt.
Ich musste ja dann zwischenzeitlich länger aufhören, hab meine Ausbildung gemacht, hab zwei Kinder bekommen...

Wir waren dann ein paar Mal bei Spielen der Berlin Thunder und ich hab die Kids irgendwie auch an den Football rangeführt.
Da war ich dann auch immer stolz, wenn ich dann sagen konnte, dass ich auch mal Football gespielt habe.

Meine Tochter Jessi hatte eine Freundin namens Eva und als Eva bei den Bulldogs anfing, hab ich immer gesagt "probier das doch auch mal", aber Jessi wollte eigentlich nicht Football spielen.
Eva hat natürlich auch versucht, sie dazu zu überreden, weil ja auch wenig Spielerinnen da waren im Team...
Naja und irgendwann hat sie es dann doch ausprobiert und seitdem ist sie mit Begeisterung dabei, es gefällt ihr total gut.

Einziges Problem war halt: Zu wenig Spieler!
Ich hab da schon manchmal mit dem Gedanken gespielt, ob ich da wieder anfangen soll oder ob ich da nicht schon zu alt für bin?
Spielen wollte ich eigentlich schon gerne wieder und das hat mich schon gereizt...

Jessi hat dann natürlich irgendwann auch mich gefragt, ob ich nicht ins Team kommen wolle und irgendwann hab ich mich halt breitschlagen lassen :-)
Interessanterweise ist das Team, seitdem ich dabei bin eigentlich groß genug, ich hätte also gar nicht gemusst..
Ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob ich in meinem Alter das Team wirklich besser mache, aber ich bin jetzt seit knapp zwei Jahren dabei und hab Spaß mit den Mädels.


--> Mutter und Tochter in einem Team, wie verträgt sich das?
Ich hätte gedacht, dass es Jessi irgendwie peinlich oder unangenehm ist, dass ihre Mutter da mitspielt, aber ich glaube sie findet das eigentlich ganz nett.

Es gibt da keine Konflikte. Sie korrigiert mich, ich korrigiere sie... Das funktioniert und mir macht das total Spaß mit ihr zu spielen und zu trainieren.
Manchmal hab ich das Gefühl, dass sie Angst hat, dass mir was passiert aber ansonsten ist das alles unproblematisch.
Ich bin ja auf dem Feld auch nicht als ihre Mama unterwegs und wirke irgendwie erzieherisch oder so, auch wenn man diesen Rolle in Gedanken nie ganz abstellen kann. Wir sehen das aber ganz locker.

Manuela Laroche

 - Jessica und Manuela -

--> Ihr spielt beide auf Receiver-Positionen, ist da Konkurrenz-Denken vorhanden?

Nee, sie ist jünger, sie ist schneller, da mache ich mir garnix vor.
Sie ist der Starter, ganz klar...
Es gibt aber auch kein Konkurrenz-Verhalten den anderen Spielerinnen gegenüber. Die anderen zuerst, dann komme ich.
Damit habe ich auch gar kein Problem.


--> Wie ist denn eure Touchdown-Ausbeute gewesen in der vergangenen Saison?
Also Jessi hatte ja jedes Spiel mindestens einen TD, ich hatte (leider) nur einen in der Saison.
Damals bei den Adler-Girls hatte ich deutlich mehr Touchdowns, aber das ist ja auch lange her :-)


--> Jüngere Coaches, ein Problem für Dich?
Damit hab ich überhaupt kein Problem, das war mir ja vorher klar.
Es ist eher andersrum, die Coaches wissen manchmal nicht, was sie mir zumuten können und der Ton mir gegenüber ist doch ein klein wenig anders wie bei den jüngeren Mädels...
Aber das kommt mir entgegen; auf schreiende Coaches reagiere ich nicht so gut, da werde ich dann stur.
Das scheint ein Problem von einigen Coaches, die in Damen-Teams coachen. Je ruppiger man zu den Spielerinnen ist, desto schwieriger wird das Training.
Deswegen finde ich Coach Marcel angenehm, er hat nicht so den Befehlston, das passt mir besser.


--> Saisonrückblick 2017?

Der Kader war kleiner als letztes Jahr, wir hatten leider wieder Probleme mit Verletzungen.
Wir haben viele Spielerinnen gehabt, die zu viel Zeit auf dem Feld verbracht haben. Da leidet dann natürlich Kondition und Konzentration.
Em Ende fehlte die Substanz (Beef).
Aber wir haben am Ende der Saison moralisch durchgehalten und darauf kann man stolz sein.
Die Spieler bleiben auch für die kommende Saison dabei, wir haben jetzt noch 2-3 Neulinge dazubekommen, es kann nur besser werden.


--> Manu, wir danken Dir für dieses angenehme Interview
und wünschen auch in 2018 & 2019 viel Erfolg und noch viel mehr Spaß!


Manuela Laroche